Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 20. April 2018

Macbeth als Erlebnis

Ein Gastbeitrag von Dr. Gisela Knaup

M E I N   M A C B E T H

Eine Zeitungsanzeige in der Bochumer WAZ kurz vor Ostern:

20180417_171616Shakespeares Macbeth, gemeinsam gelesen. Langendreer Ein ganz besonderes Erlebnis bietet am Dienstag, 17. April, um 19 Uhr die Bücherei Langendreer, Unterstraße 71 an: Gemeinsam wird ein Stück von Shakespeare in großer Runde gelesen, diesmal das schottische Drama Macbeth. Die Idee ist einfach: Man kann als Zuhörer oder Vorleser mitmachen- wer welche Rolle übernimmt, entscheidet sich erst an dem Abend. So soll sich ohne Probe ein gemeinsames Leseerlebnis der besonderen Art entwickeln. Eintritt frei. Anmeldung…“

Ich reibe mir verwundert die Augen und beginne einen inneren Monolog: Das ist ja ein gewagtes Experiment! Wer sich wohl darauf einlässt und dafür anmeldet? – Es würde mich tatsächlich reizen, hat doch Macbeth in meinem Leben eine wichtige Rolle gespielt. –Ich nehme mir die Anzeige mit nach Berlin und melde mich vielleicht nach Ostern dafür per Telefon an.“

Gesagt –getan, ich habe mich tatsächlich angemeldet und erfahren: „Die Hexen sind schon vergeben. Welche Rolle möchten Sie denn sprechen?“ Ich lege mich nicht fest und sage einfach, dass es mir egal ist, was mir gegeben wird.

Zwei Tage vor der Lesung stelle ich fest, dass ich zwar im Keller zwei englische Fassungen der Tragödie habe, und beide sind mit unglaublich vielen Bleistift-Anmerkungen von meiner Hand versehen. Schließlich habe ich MACBETH ja mehrfach ich meinem Leben be- und erarbeitet.

Das erste Mal in der 12. Klasse  des Hattinger Mädchengymnasiums, schon damals hat mich das Stück fasziniert, obgleich viele, viele Begriffe im Wörterbuch nachzuschlagen waren. Später dann habe ich mich dieser Tragödie mindestens dreimal im Nebenfach Anglistik an der Bochumer Uni gewidmet, einmal in einem Hauptseminar zu Shakespeare’s Tragödien, dann in einem Referat über Lady Macbeth und –last not least- in einer Prüfungsklausur.

Trotz der eine Zeitlang intensiven Befassung mit dem tragischen Helden habe ich Macbeth in den vergangenen Jahrzehnten keine Beachtung mehr geschenkt. Nun aber taucht er wieder auf und zieht, vermittelt durch die kleine Zeitungsanzeige, erneut meine Aufmerksamkeit auf sich. Es gibt allerdings ein Hindernis: Offenbar erfolgt die szenische Lesung mit deutschem Text, und den bekommen wir an dem Leseabend vor Ort. In jeder Hinsicht ein Experiment mit (was die deutsche Übersetzung angeht) auf unbekanntem Terrain. Ich verzichte deshalb auch darauf, meine Unterstreichungen im Shakespeare-Handbuch und die Anmerkungen im englischen Arden-Text anzuschauen, sondern will mich ganz auf das Abenteuer einlassen.

Der Abend beginnt mit einem Paukenschlag für mich, denn mir wird, als ich mich Punkt 19 Uhr als anwesend melde, das Schildchen MACBETH an die Brust geheftet. Das kann ja heiter werden: ein unbekannter deutscher Text mit nicht gereimten Blankversen und reichlich viel Redeanteilen des Hauptakteurs! Die über 30 Teilnehmer sitzen im großen Stuhlkreis, ich finde einen freien Stuhl neben MACDUFF, dem späteren Helfer des geflohenen Königssohns. Meine Gattin LADY MACBETH sitzt einige Stühle entfernt von mir; wir schauen uns allerdings während der Lesung wegen der Konzentration auf die Textvorlage kaum an.

Ich komme, zusammen mit meinem weit von mir entfernten sitzenden Mitstreiter Banquo (von einer Frau gut gesprochen) recht gut in den Text hinein und gewinne zunehmend Freude daran, mit den manchmal langen Passagen die Gestalt zu modellieren. (Die Textgestaltung und die allgemeine Aufmerksamkeit erinnern mich an meine Lesungen 2012, kann man doch mit Sprache Zuhörer fesseln.) –  Der deutsche Text erscheint mir stellenweise etwas sperrig, zumal die Ebenen innerhalb einer Textpassage manchmal wechseln. Doch die schwankenden Gefühlsregungen des Helden Macbeth –von gutmütig-zögerlich über verworren-ängstlich zu kaltblütig-machtbesessen-kommen auch in der Übersetzung ( von (Dorothea Tieck um 1845) klar zum Ausdruck. Welch ein Beziehungswirrwarr, welche inneren und äußeren Konflikte, welche Zerrissenheit hat dieser tragische Held zu durchlaufen! Shakespeare ist wirklich ein genialer Dichter und Dramatiker!

Obwohl ich ohne mein Zutun die Hauptrolle übernehmen muss/darf, sollen die anderen Mitspieler doch auch wenigstens teilweise erwähnt werden. Die Rollen sind manchmal klein, werden aber zügig und inhaltsgerecht ausgeführt. Der neben mir sitzende MACDUFF gestaltet seinen Part des besonnen-abwägenden, (mit den Königssöhnen) solidarischen Edelmanns mit langsamer, klarer Sprechweise und etwas Pathos. In seinem langen Dialog am Ende des 4. Aktes wirkt er, trotz der Todesmeldung über seine Familie, väterlich gelassen auf den Königssohn ein. –

LADY MACBETH spricht klar und laut, manchmal ärgerlich, aber insgesamt wirkt sie ruhig, zielbewusst und zunehmend kalt. Sie macht  mit manchmal süffisanter Diktion klar, wie gut sie mich, ihren Gatten, manipulieren kann. Die Wahnsinnsszene, meines Erachtens eine der stärksten Passagen in der Tragödie, hätte ich gerne übernommen, bietet sie doch viele Facetten menschlicher Verwirrung. Die szenische Lady gestaltet die irre gewordene Schlafwandlerin glaubhaft.

Ich als Macbeth darf nur manchmal Angst und Verwirrung zeigen, so in den kurzen Szenen nach den Morden sowie beim drängenden Ausfragen der Hexen. Laut Handlungsstrang muss ich ja zunehmend kaltblütig werden, was dann –nach der Meldung von Lady Macbeth’s Tod- sogar zu dem zynischen Ausruf im 5. Akt führt : „Sie hätte später sterben können; es hätte die Zeit sich für ein solches Wort gefunden.“-  Da ich zum Ende des Stückes nur noch als Königsmörder, Tyrann und Usurpator beschrieben werde, ist es zwangsläufig in Shakespeare’s Logik, dass auch ich fallen und sterben muss. Immerhin tollkühn und „männlich“ in einer aussichtslosen Situation, mit dem Schild vor der Brust, sich in den Zweikampf stürzend…

Es war ein rundherum zufriedenstellender Abend, ein gelungenes Experiment.„Shakespeare für alle in der Stadtteilbücherei“ (eine zweite Kurzinformation in der WAZ am Wochenende vor der Lesung) hat das große Werk offensichtlich allen Anwesenden nahegebracht. Neben mir saß ein Paar, das nur zuhören wollte und beim Mitlesen bzw. Zuhören Sprache und Stoff einer eigentlich vergangenen Zeit als neue Erfahrung genoss. Und zwei junge Mädchen aus der Klasse 11, von denen eine mit allerdings sehr sanfter Stimme einen schottischen Edelmann als Sprechrolle hatte, sagten am Schluss (nach ca 2.1/2 Stunden!) in einem Gespräch mit MACDUFF und MACBETH: „Wir haben von Shakespeare bisher nur Romeo und Julia gelesen, und das gefällt uns besser. Aber der Macbeth ist doch wohl auch ein tolles Stück. Und Sie haben das richtig gut rüber-gebracht!“

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PS: Zwei Tage vor dieser szenischen Lesung habe ich in den Bochumer Kammerspielen die „ORESTIE“ von Aischylos in einer knapp zweistündigen Aufführung gesehen. ( Text von Peter Stein zusammengefasst, der vor Jahren das ganze Drama mit ca 10 Stunden Dauer in Berlin aufführte!) Welche Dramatik sich aus „alten Stoffen“ und alten Weltbildern ergeben kann: Hierarchie- und Machtgefälle , Neid, Fanatismus, Rachsucht, Morde bis hin zu „Ehrenmorden“ im antiken Sinne- nun ja, viel friedlicher geht es in Teilen unserer heutigen Welt auch nicht zu. Die Motive für die Unruhen, Krisen, Attentate, und mörderischen Kriege der Gegenwart lassen wir hier mal außer acht.

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Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Dr. Knaup nicht nur für einen sehr überzeugend gelesenen Macbeth, sondern auch für diesen Beitrag. Es war wirklich ein sehr gelungener Abend, der alle Beteiligten begeisterte und dringend wiederholt werden möchte. Wahrscheinlich im November 2018 mit einer der Shakespearschen Komödien.

GriSu

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Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 17. April 2018

Gemeinsam lesen #14 – Stephen und Owen King: „Sleeping Beauties“

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Nachdem hier letzte Woche doch mal Sonne getankt werden musste, geht es heute bei uns weiter mit der 14. Ausgabe von „Gemeinsam lesen“.

Diesmal gibt es mal etwas Düsteres von einem Schriftsteller-Duo und gleichzeitig Vater und Sohn. Stephen King sagte einst einmal, dass er seine Bücher als äquivalentes Gegenstück zu einem Big Mac betrachte. Ungeachtet dieses Vergleiches werden auch Vegetarier Freude an diesem Buch haben (bisher ist auch noch kein Tier unter die Räder gekommen).

  1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

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Sleeping Beauties von Stephen und Owen King, Seite 524

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Mit seinen großen Händen umklammerte er das Lenkrad so fest, dass der Wagen ins Schleudern geriet.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Ich muss erst mal gestehen, als ich zum ersten Mal die Inhaltsgabe von „Sleeping Beauties“ gelesen hatte, war ich auch als eingefleischter Leser von Stephen King skeptisch: Frauen, die einschlafen, sich verpuppen und anschließend nicht mehr aufwachen. Dazu das Problem, dass wenn man sie weckt, sie äußert ungehalten ( wer will schon geweckt werden?) reagieren, was meist unglücklich für die andere Person endet.

Austragungsort der Geschichte ist eine Kleinstadt und das in der nähe liegendem Frauengefängnis, in der fast gleichzeitig mit Ausbruch dieser mysteriöse Epidemie ein Frau namens Evie auf den Plan tritt, die viele Rätsel aufgibt und nicht von der Schlafkrankheit betroffen scheint.

Die anfängliche Skepsis, die ich gegenüber diesem neusten Wälzer von Stephen King (fast 1000 Seiten) empfunden habe, hat sich jedoch mittlerweile vollständig gelegt. Vater und Sohn King schaffen hier eine Geschlechterstudie der besonderen Art, in der es auch mal blutiger zur Sache geht und in der sie einerseits das Verhältnis der beiden Geschlechter zueinander, als auch zur neuen Situation anhand vieler einzelner Charaktere porträtieren.

Dazu ein spannender Plot, der dazu beiträgt, dass die Seiten nur so dahin fliegen. Wem es ebenso wie mir mit diesem Buch ergehen sollte: wir haben allein im Bestand über 80 weitere Schmöker von Stephen King (Onleihe nicht mit gerechnet), womit man ganz gut die ein oder andere Lücke in seiner Lesebibliographie füllen kann 😉

4. Liest du lieber gebundene Bücher, Taschenbücher oder E-Books?

Wenn es um die Art des bevorzugten Lesemediums geht, mache ich erst mal generell zwischen gebundenen Büchern und Taschenbüchern keinen Unterschied. Nach diesen schaue auch meist als erstes.

Allerdings bin ich jetzt auch kein Kostverächter von E-Books, wenn es auf Reise geht oder an besagten Lesestoff nicht anders heranzukommen ist (zum Beispiel per Onleihe). Wenn ich mir aber Bücher kaufe, dann kommt für mich nur das gedruckte Wort in Frage, weil ich da dann doch eher haptisch veranlagt bin.

(L.Günther)

Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 12. April 2018

Spielerei: Rüben-Rallye

für 2 bis 4 Spieler
ab 4 Jahren
Spieldauer: ca. 15 Minuten
Verlag: Habermaaß

Die Speisekammer der Hasen ist leer! Die besten Möhren gibt es auf der Rübeninsel zu der allerdings keine feste Brücke oder gar eine Fähre hinführt. Also muss sich jeder Hase seinen Weg selber bauen.

Ist man am Zug, würfelt man. Die gewürfelte Farbe gibt vor, welche Planke das nächste Brückenstück wird. Der Clou: Die Brückenstücke sind unterschiedlich lang, man muss nun abschätzen wie groß der Bereich sein darf, der überbrückt werden kann.

Nun nimmt man den unbesetzten Brückenpfeiler und legt ihn im Abstand zum besetzten Pfeiler ab. Nun legt man das Brückenstück auf beide Pfeiler ohne diese jetzt noch zu verschieben!

Die Brücke hält? Der Hase darf bis zum neuen Pfeiler hüpfen!
Die Brücke fällt zusammen? Der Hase muss leider stehen bleiben und der Nächste ist am Zug.

Wichtig: Ist das Brückenstück länger als der Abstand zwischen den Pfeilern, darf man den Abstand nicht nachträglich anpassen.

Ist man auf der Insel angekommen, nimmt man sich die größte vorhandene Möhre.
Ist keine Möhre mehr auf der Insel, endet das Spiel

Die gelbe Planke muss verbaut werden: Ist weiß am Zug, kann er sagen, dass er die Insel erreichen kann, hat er recht, erhält er die größte Möhre.
Ist braun am Zug, muss er den grauen Pfeiler im richtigen Abstand ablegen, um näher an die Insel zu kommen.

Hier geht’s zum Katalog.

BeBi

Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 5. April 2018

Gemeinsam Lesen #13 – „Lügnerin“

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So schnell geht das. Gerade war noch Ostern, dann ging es für eine Exkursion zu den netten Kollegen der Stadtbibliothek Sterkrade nach Oberhausen und schwupps ist schon Donnerstag! Etwas verspätet, aber mit gleich bleibender Motivation geht es heute für uns schon in die 13. Runde bei „Gemeinsam Lesen“.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

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„Lügnerin“ von Ayelet Gundar-Goshen.
Ich bin gerade auf Seite 118.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

So oft er sich auch sagte, das seien bloß verrückte Rachegelüste, die er vergessen müsse, sobald der Riegel sich öffne und er auf Kaution freikäme, so blieb das Bild doch bei ihm und pflanzte sich in seinem Herzen ein: ein Mädchen ohne Zunge.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Nuphar Shalev hat noch nie einen Jungen geküsst, geschweige denn ein Date mit einem ge-habt. Ihrer Schwester Maya scheint alles zuzufallen, während Nuphar unscheinbar in zweiter Reihe steht. Doch am Ende dieses Sommers geschieht etwas, das Nuphar schlagartig in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit katapultiert. Was eigentlich nur als Missverständnis beginnt, wächst sich bald zu einer großen Lüge aus, die das schüchterne Mädchen endlich zu jeman-dem macht, der wahrgenommen wird. Nur einer weiß Bescheid: Lavie Maimon, der drei Eta-gen über der Eisdiele wohnt, in der Nuphar gearbeitet hat. Diese Lüge, die das Leben eines Mannes zerstören kann, bringt zwei Teenager einander näher, die sich sonst vielleicht nie be-gegnet wären. Aber zu welchem Preis?

Zu Anfang war ich neugierig, um was für eine Art Lüge es sich handelt, denn der Klappentext ist da sehr vage. Schnell erfährt man als Leser, dass ein unangenehmes Zusammentreffen zwi-schen Nuphar und dem in Vergessenheit geratenen Gewinner einer Talentshow, Avischai Mil-ner, fälschlicherweise von Zeugen als sexueller Übergriff interpretiert wird. Zuerst wider-spricht Nuphar bloß nicht, später erzählt sie die Geschichte, die alle hören wollen, obwohl Avischai Milner sich zwar verbal sehr rüde verhalten, sie aber mitnichten angerührt hat.
Es ist nicht gerade ein rasanter Roman, vieles spielt sich in der Gedankenwelt der Figuren ab, aber trotzdem oder vielleicht auch gerade deswegen zieht er mich unheimlich in seinen Bann – sprachlich wunderschön und mit feinfühlig gezeichneten Charakteren lässt einen die Ge-schichte gar nicht mehr los. Nuphar sonnt sich in ihren 15 Minuten Ruhm und Anerkennung, aber gleichzeitig plagen sie Schuldgefühle. Ist es besser von einer ganzen Nation als Lügnerin verachtet zu werden oder sich selbst im Stillen für seine Feigheit zu hassen? Ich bin wirklich sehr gespannt, wohin die Reise dieser sich verselbstständigenden Lüge noch führt.

4. Worauf könntest du eher verzichten, wenn du dich für immer entscheiden müsstest?
– Bücher
– Smartphone / Internet
– Fernseher
– Radio / Musik generell
– Freunde
– Familie
Oder anders gefragt: Was dürfte auf keinen Fall auf einer „einsamen Insel“ oder nach einer Zombie-Apokalypse fehlen? 😉

Also die Frage danach, worauf ich aus dieser Auflistung am einfachsten verzichten könnte, ist nicht schwer zu beantworten: Fernsehen! Eigentlich gucke ich kaum noch Fernsehen. Im Grunde bin ich insgesamt kein großer Filme- oder Seriengucker, aber in Zeiten von Netflix passiert das meiste wenn dann doch eher über den PC. Und da ja bald auch wieder das Staf-felfinale von „The Walking Dead“ erreicht ist, wird der Fernseher bis zur nächsten wieder ziemlich verwaisen.
Wie sieht das denn bei Euch aus? Was kann am ehesten weg?

(I. Coen)

Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 27. März 2018

Gemeinsam lesen #12 – Die Schlange von Essex

Gemeinsam lesen. Zum 258. Mal lädt http://www.schlunzenbuecher.de ein, zum 12. Mal folgen wir der Einladung.
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1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?
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Ich lese gerade den Roman „Die Schlange von Essex“ von Sarah Perry.
Ich bin gerade auf Seite 200.
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Der beginnt schon auf der Vorseite: „Dass ein Mensch in unseren modernen Zeiten seinen Verstand verkümmern lässt und sich mit Mythen und Legenden zufriedengibt; dass er der Welt den Rücken kehrt und sich mit Gedanken befasst, die schon unsere Väter altmodisch fanden.
3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?
Aberglaube der Dorfbewohner, christlicher Glaube des verheirateten Dorfpfarrers William an die Schöpfung und die modernen Thesen Darwins prallen 1893 im Küstenort Aldwinter aufeinander, als sich die junge Witwe und Naturwissenschaftlerin Cora aus London dorthin zurückzieht. Trotz aller Gegensätze fühlen sich William und Cora bald schon zueinander hingezogen. Kein Unterhaltungs- oder Liebesroman für ungeduldige Leser, sondern eine intelligent und anspruchsvoll erzählte Geschichte, die diejenigen belohnt, die das etwas schwach in Fahrt kommende Buch nach etwa 150 Seiten noch nicht aus der Hand gelegt haben.
4. Hast du ein „Kaffeetischbuch“, das in der Nähe der Couch liegt, damit Gäste es auch mal zum Blättern in die Hand nehmen?
Wenn ich Gäste erwarte, drapiere ich auf einem Sessel oder Hocker gerne den beeindruckenden Bildband „Schlösser & Adelssitze in England und Wales“
D.P.
Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 21. März 2018

Frühlingszeit – Lesezeit

„Unmögliche Liebe“, herausgegeben von Tristan Marquardt und Jan Wagner

Siebzig deutsche Lyriker der Gegenwart wenden sich den Minneliedern des Mittelalters zu und dichten sie nach. „Unmögliche Liebe“ heißt das Ergebnis, die Umschreibung für das sogenannte Minneparadox: „Seiner Logik zufolge liebt, singt und wirbt ein männliches Ich um eine Frau, weil sie die Beste und die Schönste ist – doch kann sie genau wegen dieser Eigenschaften seine Liebe nicht erwidern.“

Jedes Minnelied wird nur einmal übersetzt, aber die Dichter sind meist mit mehreren Werken vertreten. Besonders Oswald von Wolkenstein ist beliebt, seine Zeilen werden von acht verschiedenen Autoren übertragen. Ein Buch, das zum Stöbern einlädt:

Aus Walther von der Vogelweides

„Do der sumer komen waz
Uhd die bluomen dur daz graz
Wunneclichen sprungen …“

macht Ulf Stolterfoht

„sommer wars
blumen sind dem gras
entsprungen …“

„Sol ich disen sumer lang“ von Gottfried von Neifen handelt von einer jungen Frau, die lieber tanzen gehen will als sich um ihre Kinder zu kümmern. Das verwandelt Nora Gomringer in ein Interview und damit in den lustigsten Beitrag des Buches. Bitte selbst nachlesen …!

Susanne Weber

Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 20. März 2018

Gemeinsam lesen #11 – Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

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1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

„Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ von John Green. Ich bin auf Seite 25.

Schlaftwohl

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

„Ich erinnerte mich, dass Daisy einmal einen Weberknecht nach mir geworfen hatte, weil sie wusste, dass ich Weberknechte hasste, und ich war schreiend und mit wedelnden Armen davongerannt, aber eigentlich hatte ich keine richtige Angst gehabt, weil früher alle Gefühle irgendwie spielerisch waren, als würde ich sie nur ausprobieren, statt ihnen ausgeliefert zu sein.“

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Das neue Buch von John Green ist wieder amüsant geschrieben und wird jetzt – auf Seite 25 – immer spannender. Die Protagonistin Aza Holmes ist ein Mädchen im Teenager-Alter mit einer Zwangsstörung. Sie hat echt damit zu tun, mit ihren Ängsten klarzukommen. Sie empfindet sich als eine „mit Haut überzogene Bazillenkolonie“ und googelt öfter mal Krankheitsbilder, um sich davon zu überzeugen, welcher Epidemie sie wohl demnächst zum Opfer fallen wird. Ihre Freundin Daisy, die sie von Kindesbeinen an kennt, nimmt sie – zum Glück! – so an, wie sie ist. Als die beiden eines Tages vom eigenartigen Verschwinden des Milliardärs Russell Pickett hören, beschließen sie, das Geheimnis aufzuklären, um an die Belohnung von 100.000 US-Dollar zu kommen. – Seltsam, dass das jetzt das zweite Kinder-/Jugendbuch innerhalb kurzer Zeit ist, das sich mit dem Thema Zwangsstörung befasst: 2017 habe ich das Buch „Ich, Tessa und das Erbsengeheimnis“ gelesen (das ist aber eher was für jüngere Leser ab 11).

P.S. „Margos Spuren“ von John Green und sein Bestseller „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ waren auch toll! Sehr zu empfehlen. Im Klappentext des Buches lese ich, dass der Autor Videoblogger ist – werde mich gleich mal auf die Suche nach den „Vlogbrothers“ (externer Link) in den sozialen Netzwerken machen.

4. Wo und wann trifft man dich beim Lesen an?

Ich lese auf dem Sofa im Wohnzimmer. Am Wochenende lese ich in der Küche beim Frühstück – liebend gerne Zeitungen oder „Der Spiegel“. In öffentlichen Verkehrsmitteln gerne online Nachrichten – im Bett vor dem Einschlafen gar nicht 🙂

Ich liebe es, bei längeren Zugfahrten zu lesen (wenn es mir gelingt, im ICE einen Platz im Ruheabteil zu ergattern 😉

K. Schimpke

Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 14. März 2018

Gemeinsam lesen #10 – Peter Märkert: Unter die Räder gekommen

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1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

20180314_145317Peter Märkert: Unter die Räder gekommen. Ich bin jetzt auf Seite 158.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Tische und Stühle sind in U-Form angeordnet, auf den Tischen Mikrophone installiert.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch noch loswerden?

Ein Bochum-Krimi! Gerade werden verschiedene Zeugen besucht, und der erste Satz der aktuellen Seite beschreibt einen Raum in einem Wohnhaus in Stiepel – wo auch sonst, bei der Einrichtung. 😉 Auch wenn ich sonst nicht so der Krimileser bin, macht es sehr viel Spaß, sich an Lokalitäten immer wieder zu finden, oder auch, wenn der Kommissar sich ein Fiege Bernstein aus dem Kühlschrank angelt. (Nicht unbedingt das typische Fiege für einen hartgesottenen Kommissar übrigens.)

Insgesamt ist es bislang ein gut konstruierter Krimi, dem man anmerkt, dass der Autor Experte im Bereich Bewährungsarbeit ist – Peter Märkert ist selber lange Sozialarbeiter im Justizvollzug gewesen. Das Buch liest sich wie ein Tatort: kurzweilig, mit ein bisschen Privatleben der ermittelnden Beamten, aber gerade mal niemand übermäßig Gestörtes mit unverarbeitetem Trauma o.ä. Das ist momentan zwar vielleicht nicht sehr modern, aber sehr entspannend. Ein klassischer Krimi.

Und was ich auch unbedingt noch los werden möchte: Peter Märkert liest Morgen (Donnerstag) Abend in der Bücherei Langendreer! Eine großartige Möglichkeit zu fragen, ob sich die Stiepeler tatsächlich so einrichten. 🙂

Peter Märkert liest aus seinem Roman „Unter die Räder gekommen“

Donnerstag, 15. März 2018, 19 Uhr

Bücherei Langendreer, Unterstraße 71. Der Eintritt ist frei!

4.Die Leipziger Buchmesse öffnet diese Woche ihre Türen für uns. Fahrt ihr hin oder nicht? Wart ihr schon mal auf einer Messe und wenn ja, wie hat es euch gefallen oder würdet ihr mal gerne zu einer fahren? 
Nein, dieses Jahr fahre ich nicht zur Buchmesse, weder zur Leipziger noch zur Frankfurter. Ich bin auf beiden schon gewesen und mag die Leipziger tatsächlich lieber, sie ist kleiner und irgendwie privater und hatte zumindest vor ein paar Jahren mit „Leipzig liest“ ein Wahnsinns-Rahmenprogramm. Lesungen überall in der Stadt verteilt, da habe ich für sehr kleines Geld Manfred Krug im Leipziger Hauptbahnhof lesen hören und Akif Pirinci (damals noch politisch korrekt) im (!) Tigergehege des Leipziger Zoos. Ansonsten war ich schon auf verschiedenen Handarbeitsmessen (Europas größte, die Creativa, ist von Bochum aus ja gleich um die Ecke) und auf der Spielemesse in Essen. Ich bin vom Angebot auf Messen regelmäßig überfordert, gehe aber trotzdem immer wieder gerne hin.
Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 13. März 2018

Schwarzes Gold und bunte Bildchen

Hallo zusammen!

Uns hat das Sammelfieber gepackt: Als Bücherei einer Stadt mitten im Kohlenpott, haben wir gedacht, sollten wir doch auch so ein Panini-Sammelalbum „Schwarzes Gold“ für unseren Bestand haben! Und jetzt sind wir auf Bildersuche.

Natürlich können alle, die Lust (und doppelte Sticker 🙂 ) haben, uns beim Vervollständigen helfen – wir würden uns freuen! Unsere Tausch-Sticker liegen an der Ausleihtheke im Erdgeschoss der Zentralbücherei bereit.
(Update: Wir haben es geschafft! Das Album ist komplett! Zum Aktionsabschluss ist übrigens auf unserer Facebook-Seite Herr Erdmann zu sehen, wie er das Steigerlied auf Xylophon spielt.)

Vielen lieben Dank fürs Mitmachen!

Bergmann Erdmann sucht den Stickerflöz

F. Scherkenbach

Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 8. März 2018

Spielerei: Spielhaus

für 2 bis 4 Spieler
von 4-7 Jahren
Spieldauer: 15-20 Minuten
Verlag: Ravensburger

Heute gibt es hier einen echten Klassiker der Lauf- und Sprachspiele.

Bevor es losgeht werden die 16 Zimmerkarten beliebig auf dem Spielplan verteilt und die Bildkärtchen gemischt und verdeckt bereitgelegt.
Wer am Zug ist, würfelt und geht die entsprechende Augenzahl vor. Hat er allerdings den Stern gewürfelt, nimmt er sich ein Bildplättchen, deckt es auf benennt den den abgebildeten Gegenstand und sucht ihn auf den Zimmerkarten. Hat er ihn gefunden, stellt er die Spielfigur auf das Sternchenfeld, das direkt darunter ist. Es gibt Zimmerkarten mit zwei Sternchenfeldern. Das macht der Spieler auch, wenn das Feld weiter unten im Haus ist, als seine aktuelle Position ist.

Wer als erstes das Sonnenfeld im Dachboden erreicht hat, gewinnt das Spiel.

Dieses Spiel bietet jede Menge Gesprächsanlässe. Zum einen können die klar zu erkennenden Gegenstände auf den Bildkarten benannt werden zum anderen laden die Zimmerkarten, kleine Wimmelbilder, zum Sprechen ein. Schon der Einstieg, das belegen des Spielplans, kann zum Gespräch darüber, was für Räume es alles in einer Wohnung gibt genutzt werden. Die Zimmerkarten können auch nach gleichen sortiert werden, zum Beispiel alle Wohn- oder Kinderzimmer.

Ob, das Spiel gerade da ist, sehen Sie hier

 

BeBi

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