Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 14. September 2017

Spielerei: Kingdomino – Spiel des Jahres 2017

für 2-4 Spieler
ab 8 Jahren
Dauer: ca. 30 Min
Verlag: Pegasus Spiele

Dieses Spiel verbindet das klassische Dominoanlegeprinzip mit dem Aufbau eines besonders wertvollen Königreichs. Ziel ist es möglichst große, miteinander verbundene Landschaftsgebiete zu bekommen.

Zu Beginn des Spiels bekommt jeder Mitspieler eine Königsfigur und ein quadratisches Startländerplättchen. Die rechteckigen, zweigeteilten Ländereienplättchen kommen in den Stoffbeutel.

Nun werden, je nach Spieleranzahl drei oder vier Ländereineplättchen gezogen und aufsteigend nach den Zahlen auf der Rückseite sortiert und anschließend aufgedeckt.

Jeder Spieler sucht sich nun eines der Ländereinplättchen aus, in dem sie ihre Figuren auf das gewünschte Feld legen. Die Reihenfolge im ersten Zug wird zufällig bestimmt.

Stehen alle Spielfiguren auf einem eigenen Plättchen, werden Neue nachgezogen und wieder auf aufsteigend ausgelegt, direkt neben die bereits aufgedeckten Plättchen, und auch aufgedeckt.

Der Spieler, dessen Spielfigur auf dem linken obersten Plättchen steht, ist als erstes dran. Er nimmt seine Spielfigur vom Plättchen und stellt sie auf eines der Neuen. Danach verbaut er das Plättchen in seinem Königreich.

Wer also seine Figur auf dem oberste Plättchen mit der kleinsten Nummer stehen hat, darf als erstes eine neue Landschaft für den nächsten Spielzug aussuchen.

Beim Anlegen der Landschaften sind folgende Regeln zu beachten:

  • Jedes Königreich besteht aus maximal 5×5-Feldern.
  • Es darf immer nur direkt an ein liegendes Plättchen angelegt werden
  • Es muss immer ein Landschaftsfeld an eine gleiche Landschaft angrenzen. Das Startfeld besteht aus einer neutralen Landschaft.
  • Kann man nicht legen, muss man sein Landschaftsplättchen aus dem Spiel nehmen.

Das Spiel endet wenn alle Plättchen verbraucht sind, also nach 12 Runden bei drei oder vier Spielern, bei zwei Spielern nach sechs.

Nun werden die Landschaften der Königreiche bewertet. Punkte gibt es für verbundene Landschaften. Landschaften sind verbunden, wenn sie senkrecht oder waagerecht aneinander stoßen. Punkte gibt es für Gebiete die Kronen enthalten. Die Anzahl der Kronen wird mit der Anzahl der Felder der verbundenen Landschaft mal genommen. Mehrere Gebiete gleicher Landschaften werden einzeln gewertet.

Beispiel für Punktewertung:

Blau erhält für Wald: 1 Feld x 1 Krone oben links und 2 Kronen x 5 Felder unten rechts –> 11 Punkte
für Wasser: je 1 Krone x 1 Feld –> 3 Punkte
für Weide: 3 Kronen x 2 Felder oben Mitte, die andere Weide zählt, da kronenlos, nicht.–>6 Punkte
für Stein und Getreide keine Punkte, da die Gebiete keine Kronen enthalten.
Blau hat also 20 Punkte

Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.

Das sagt die Jury des “Spiel des Jahres”:

Dank des variablen Spielplans und der hohen Zahl verschiedener Siegbedingungen gleicht kein Königreich dem anderen. Diese unterschiedlichen Ausgangslagen und eine Glückskomponente stellen die Spieler stets vor neue strategische Herausforderungen. Der einfache Einsetzmechanismus zeigt zwar nicht sofort seine Klasse, doch schon nach wenigen Partien entfaltet er seinen ganzen Reiz.

Neben der Grundregel gibt es auch noch Vorschläge für Varianten.

Lust bekommen ein eigenes Königreich zu errichten? Dann geht’s hier zum Katalog.

BeBi

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Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 8. September 2017

Herbstzeit – Lesezeit

„Ein Fisch wird kommen – kleine Fischkunde mit Gedichten“ von Arezu Weitholz

„VFL BOCHUMFISCH – VfL Bochumfische steigen gerne auf und wieder ab. Man erkennt sie am bekümmerten Gesichtsausdruck. Sie rechnen stets mit dem Schlimmsten.“ Ob die Autorin damit wohl recht behält? Der bekümmerte Gesichtsausdruck wäre beim Aufstieg sicher verschwunden. Und auch wer dieses kleine Buch liest, bekommt automatisch gute Laune. Arezu Weitholz, 1968 geboren, bezeichnet sich im Nachwort als „die Mutter der ichthyologischen Poetik“ in Deutschland. Von A (Aal Capone) bis Z (Zwiebelfisch) lernt man Wesen kennen, von denen viele erstmalig beschrieben werden.

Auf das besprochene Buch von 2013 folgte 2017 „Der Fisch ist ein Gedicht“, dieser enthält alte und neue Gedichte. Besser als im Vorwort von 2013 kann ich es nicht sagen:

Quelle: Pixabay

„Gehen Ihnen Fische auf den Geist,

hätten Sie sie längst verspeist.

Gingen sie auf Ihre Nerven,

würden Sie mit welchen werfen.

Legen Sie hingegen Wert auf diese Wesen

Bleiben Sie zugegen –

und fangen an zu lesen.“

Susanne Weber

Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 22. August 2017

Book up! Nr. 18 – Schmuckkästchen und Perlenkette

Manchmal … aber nur manchmal! … gibt es Bücher, die nicht mehr ganz den aktuellen Vorlieben entsprechen. Oder dem aktuellen Stand der Forschung, sollte es sich um ein Sachbuch handeln. Da steht man dann, veraltete Bücher im Regal, den Altpapierkorb in der Hand, und zögert. Ein Buch ist ein Kulturgut, das wirft man doch nicht so einfach weg! Könnte man da nicht vielleicht noch etwas daraus machen?

Doch. Könnte man. Und was man alles könnte!

Heute: eine Bibi & Tina-Zeitschrift wird verdreht und verklebt zu Schmuck und -kästchen

Ja, liebe Leser, heute erfülle ich mir den heimlichen Wunsch vieler Eltern und massakriere Bibi & Tina. Versehentlich, sollte man sagen, eigentlich sollte es einer Filly-Zeitschrift an den Kragen gehen, aber im entscheidenden Moment waren die Kinderzimmer unordentlich genug, dass ich mir schlicht die erste aufffindbare, völlig zerfledderte Zeitschrift ohne Cover gegriffen habe. Nun denn, egal ob geflügelte Einhörner oder Pferde, Hauptsache rosa.

DSCF1147

Zweites Opfer des Bibi & Tina-Massakers wird eine Pralinenschachtel, die mit pinkem Innenleben und Magnetverschluss daher kommt. Beides kombiniert sieht so aus:dscf1151.jpg

Das macht doch schon gut was her, oder nicht? Deswegen waren die Töchter dann auch erst mal nur halb beleidigt, dass ich mir einfach ihre allerliebste Lieblingszeitschrift (die ein halbes Jahr bei mir auf Halde lag, bevor ich sie verbastelt habe, ohne dass sie jemand vermisst hätte) genommen hatte. Für den zweiten Teil der heutigen Bastelei habe ich mir dann noch etwas aus dem töchterlichen Fundus ausgeliehen (diesmal wirklich nur geliehen und vorher gefragt): Eine Perlendrehmaschine. Beim weiteren Zerlegen der Zeitschrift habe ich dann sogar töchterliche Hilfe bekommen (ungefragt):

Buntes Papier wird in lange Streifen geschnitten,  die mit Hilfe der Papierperlendrehmaschine (ein Art Handkurbel) aufgerollt und nur am Ende mit einem Tropfen Kleber fixiert werden. Das Ergebnis sind bunte Papierröllchen bzw. -perlen, denen man die Herkunft als Mädchenzeitschrift immer noch ansieht. Hin und wieder ist sogar eine Möhre erkennbar, ein  vereinzeltes „Sabrina“ oder ein Hufeisen. Genug, um Eingeweihte eine Bibi & Tina-Kette erkennen zu lassen, wenig genug, um Uneingeweihten das Wissen zu ersparen. 😉

Sind genug Papierperlen produziert, müssen sie nur noch aufgefädelt werden. In diesem Fall haben wir (die Töchter und ich) durch einen gezielten Griff in die Bastelschublade die Kette noch ein bisschen aufgemotzt. Ein Tütchen geerbter Wachsperlen darf sich ebenso wie die zerfledderte Zeitschrift über neue Wertschätzung freuen. dscf1158.jpg

Bibi & Tina in neuem Glanz in alter Pralinenschachtel – pardon, eigens dafür gefertigtem Schmuckkästchen. Endlich mal ein richtig buntes Book-up-Projekt! Und dabei so schön, dass die Produktion einer zweiten Kette gleich angegangen wurde und der Mutter sofort der dreiste Diebstahl der ehemaligen Zeitschrift verziehen.dscf1159.jpg

Glück auf! Book up!

GriSu

 

Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 12. August 2017

12 von 12 – August 2017

Wir beteiligen uns 2017 an der Fotoaktion „12 von 12“!

Was das ist? Jeden Monat am 12. sammelt Caro von „Draußen nur Kännchen“ Fotoserien: jeweils 12 Bilder vom Tag, gerne vom Alltag. Mal schauen, ob wir das ganze Jahr durchhalten. Auf jeden Fall gibt es jede Menge Einblick in den Alltag in der Stadtbücherei Bochum.

12. August 2017

Liebe Erdmannfreunde und alle, die es noch werden wollen,

es ist also wieder soweit, die „12 von 12“ Aktion haben meine Kollegen und ich soweit erfolgreich durchgehalten und heute bin ich wieder an der Reihe. Vom Wetter her ist es ein unbeständiger Samstag, aber ich hoffe, eure Laune ist genau so sonnig wie meine!

Ich als offizielles und äußerst wichtiges Büchereismaskottchen helfe meinen Kollegen natürlich auch gerne mal aus. Allerdings geschieht das meistens undercover, denn sonst würde ich durch die ganzen aufgeregten Fans, Erdmännchendamen und das viele Autogramme schreiben gar nicht mehr zum Arbeiten kommen. So war ich auch heute bestens getarnt in der Samstagsausleihe von 10 – 13 Uhr dabei.
Kurz vor Feierabend, die Türen hatten schon geschlossen, klingelte das Telefon. Die Kollegen sehen es zwar nicht so gerne, aber ich nahm den Hörer ab.

1_alternativ

Dabei rechnete ich mit einer telefonischen Verlängerung oder Nachfrage. Überraschenderweise war es unsere Auszubildende! Nadine, die nun ins zweite Lehrjahr kommt, war überrascht, mich am Hörer zu haben. Aber sie wollte sogar mit mir sprechen! Denn spontan lud sie mich zu einem Grillnachmittag zu sich nach Hause ein. Der jungen Dame kann ich als Gentle(erd)man natürlich keinen Wunsch abschlagen. Ehe ich mich versah, machte ich mich also auf den Weg zu ihr nach Hause – es ging nach Dortmund.

2

Dortmund ist ein schönes Fleckchen Erde gleich neben Bochum. Oft war ich noch nicht hier, deswegen musste ich mir erst mal einen genauen Überblick verschaffen. Die Wolken ließen einige Sonnenstrahlen durchbrechen und ich könnte schwören, dass ich Bochum von dort aus sah! Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für einen Erdmann.

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Wow, habt ihr schon mal euer eigenes „Willkommens“-Schild bekommen? Herzlich wurde ich auf jeden Fall empfangen. Immerhin hatte ich bei der Personalauswahl ja quasi auch etwas zu sagen und praktisch habe ich da auch ein Wörtchen mitzureden. Also, fast. Nun ja, auf jeden Fall ein gebürtiger Empfang für den weltbesten Erdmann!

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Im Garten erstreckte sich direkt ein großes kleines Gewässer. Dies war aber nicht zum überqueren mit einem Schiff geeignet. Was schade ist, denn die letzte Zeit bin ich ziemlich seetauglich geworden. Nein, dieser Teich hier wurde nur zum anschauen angelegt. Wirklich schön zu betrachten. Nur irgendwie beschlich mich das komische Gefühl, dass der Teich mich zurück anschaute…

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Nachdem mich alle so herzlich begrüßt hatten, kam etwas später auch das kleinste Familienmitglied hinzu. Ist es ein Eisbär? Ist es ein Schaf? Ist es ein aufgeplatztes Sofakissen? Nein, es ist Sunny, die Hündin der Familie. Sie beschnuffelte mich kritisch, aber so ganz geheuer war mir das ehrlich gesagt nicht. Dann verlor sie auch relativ schnell wieder das Interesse an mir, da so ein Hund ja oft nur Fressen im Kopf hat. Also nutzte ich die Gelegenheit, mich im Haus umzusehen.

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Und da blieb mir dann erst mal die Spucke weg. So viele Bücher sehe ich selten außerhalb unserer Bücherei. Die hier sind aber direkt in dem Schlafzimmer der Azubine zu finden und nur ein Bruchteil ihrer Sammlung . Ein Bücherstapel auf dem Boden würde es ja bei uns nicht geben, aber wir haben auch deutlich mehr Platz. Deswegen werden hier die Bücher ungemütlich gequetscht, dafür werden sie aber auch heiß geliebt. Na, da hat auf jeden Fall jemand den richtigen Beruf für sich entdeckt!

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Als ich wieder zurück auf die Terrasse ging, war das Grillen schon im vollen Gange. Direkt hüpfte ich auf den Vorsprung, band mir meine Schürze um und half beim Würstchen umdrehen. Mann, das ist ganz schön warm gewesen. Mein Magen knurrte irgendwann lauter als das Grillfleisch brutzeln konnte. Dieser typische Grill-Geruch ist wirklich unwiderstehlich. Allerdings beschritt mich immer mehr das Gefühl, dass ich beobachtet wurde.

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Als wir dann an dem fertig gedecktem Tisch saßen, ging mir nur ein Gedanke durch den Kopf: „Wer soll das alles essen?“ Insgesamt waren wir vier Leute und ein Erdmann. Aber es war uuuunglaublich lecker. Es gab Fleisch, Brot, Salat und alle möglichen Arten von Soßen. Später konnte man mich auf jeden Fall nur noch rollen.

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Also rollte ich rüber zu dem Schaf, ehm- Eisbären, nein- zu Sunny. Was ich da in der Tatze habe, sieht aus wie ein schicker altmodischer Gehstock, allerdings ist es ein Knochen. Als kleinen Nachtisch für den Hund (den Hauptgang hatten wir ja schon) und gleichzeitig als kleines Freundschaftsangebot. Sie nahm an und schenkte mir für unser Foto ihr schönstes Lächeln. Dann wollte ich mich wieder an den Teich setzen und in Ruhe verdauen als plötzlich –

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Endlich bekam ich die schockierende Bestätigung für meine lauernde Vermutung! Ein Beobachter! Spanner! Stalker! Jetzt gab es kein Entkommen mehr. Auge um Auge, Zahn um Zahn, Erdmännchen um… Erdmännchen? Tatsächlich. Ein Artgenosse hockte da im Busch und ich stellte ihn zur Rede. Er erklärte mir, dass es hier ganz viele Erdmännchen gibt, die Mutter von Nadine ist nämlich ein echter Fan von uns. Wahnsinn. Dann kamen auch die anderen aus ihren Verstecken. Die ganze Zeit waren sie dabei. Und dann mussten wir so herzlich darüber lachen, dass wir zur Erinnerung ein Gruppenfoto schossen. Als Andenken an den schönen Besuch.

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Hoffentlich sieht man meinen voll gefressenen Bauch nicht so sehr. Und mal wieder sorgte mein unvergleichlicher Erdmann-Charme natürlich dafür, dass ich eine hübsche Dame an meiner Seite habe. Auf dem Foto ist so viel los, es war ein herrlicher Spaß. Wie viele Erdmännchen zählt ihr?

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Bei einem guten Kartenspiel ließen wir anschließend den Tag ausklingen. Natürlich gewann ich haushoch, immerhin habe ich in unserer Kinderbücherei ja auch viele Möglichkeiten, mein Geschick bei Gesellschaftsspielen zu trainieren. Das war ein wirklich schöner Samstag. Danke, dass ihr mich dabei begleitet habt!

Ich hoffe, ihr habt noch ein wunderbares Wochenende und hattet Spaß an meinem turbulentem, leckerem, gefährlichem, mysteriösem und super tollem Samstagsbericht!

Bis bald!

Euer Herr Erdmann

 

Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 10. August 2017

Spielerei: Mango Tango

für 1 Spieler
ab 5 Jahren
Spieldauer: ca. 10 Minuten
Verlag: Huch & friends

Bei diesem Spiel möchten Tukane Mangos fressen, wieso sie dafür auf einer Wippe Platz nehmen ist ungewiss, sorgt aber für die spielerische Herausforderung.

Das Spiel enthält einen Aufgabenblock, in dem Ausgangssituationen vorgegeben sind, in der die Wippe nicht im Gleichgewicht ist. Ziel ist es nun, durch ergänzen von Tukanen und Mangos an der richtigen Stelle, die Wippe wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Insgesamt gibt es 60 Aufgaben, deren Schwierigkeit zunimmt. Dabei bestehen die ersten Aufgaben im nachbauen der vorgegebenen Situation, um das Spielprinzip zu verstehen.

Hier muss zur Lösung kein Vogel landen, sondern einer wegfliegen.

Alle Aufgaben lassen sich entweder durch ausprobieren oder durch das Lösen der aufgeführten Rechenaufgabe bewältigen.

Wie immer gibt es auch den Link zum Katalog.

BeBi

Verfasst von: blogteamstadtbuecherei | 4. August 2017

Herr Erdmann geht auf Südostasienkreuzfahrt – Teil 6: Kambodscha

Meine lieben Erdmännchenfreunde,

heute kommen wir zum letzten Teil meiner Südostasienreise.

Nachdem wir in Vietnam ablegten, erreichten wir am übernächsten Tag Kambodscha.

Kambodscha liegt zwischen Vietnam und Thailand und ist von der Fläche her etwa halb so groß wie Deutschland.

Um dieses Land für einen Tag bereisen zu dürfen musste ich mir extra in der Kambodschanischen Botschaft in Berlin ein Visum ausstellen lassen. Was für ein Aufwand, dachte ich mir zuerst. Doch dann habe ich mir überlegt, dass Kambodscha bestimmt ein ganz besonderes Land sein muss, wenn man dort eine spezielle Einreisegenehmigung benötigt. Deshalb war ich bei diesem Ausflug besonders darauf gespannt, was ich dort wohl zu sehen bekommen würde.

 

 

 

 

Früh am Morgen legten wir im Hafen von Sihanoukville an. Ich rannte zu meinem Lieblingsausguck aufs oberste Deck. Die Sonne strahlte vom Himmel und ließ das Meer an diesem Tag besonders toll glitzern, was mir sehr gefiel. Nur warum musste es dabei nur immer so warm sein? Aber was will man machen? Als Büchereimaskottchen muss man halt hin und wieder Opfer bringen, wenn man etwas Tolles erleben möchte. *Seufzt*

 

 

 

 

Sihanoukville ist zwar nicht die Hauptstadt von Kambodscha, aber mit über 90.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt des Landes. Der Name bedeutet so viel wie „Stadt von König Sihanouk“. Norodom Sihanou, oder auch Preah Bat Samdech Preah Norodom Sihanouk Varman wie der Mann mit kompletten Namen hieß, war während des 20. Jahrhunderts König und Staatsoberhaupt von Kambodscha. Ihm zu Ehren wurde die Stadt Kompong Som in Sihanoukville umbenannt.

An diesem Morgen war, wie an jedem Landgangtag nichts los auf dem Pooldeck. Es gab nur ein paar Neugierige, die genau wie ich, sich ein paar Eindrücke vom neu entdeckten Land, in diesem Fall Kambodscha, machen wollten. Eigentlich eine gute Gelegenheit um dieses Platzangebot auszunutzen. Doch dann hätte ich auf den Ausflug verzichten müssen, und das wollte ich natürlich auch nicht.

Von Sihanoukville, fuhren wir mit dem Bus quer durchs Land. Die Landschaft war hier noch viel urtümlicher und nicht so sehr verbaut wie in den anderen Ländern, die wir während dieser Kreuzfahrt gesehen haben. Statt Hochhäusern gab es hier viel mehr Natur und andere interessante Dinge zu sehen.

Wie zum Beispiel diese großen, eiförmigen, stachelig grünen Dinger, die am Straßenrand verkauft wurden. Das sind Durian oder auch Stinkfrüchte genannt. Die ursprünglich aus Malaysia und Indonesien stammende Frucht gibt es mittlerweile in vielen Asiatischen Ländern. Aufgrund ihres Geruchs ist sie in vielen Hotels und in öffentlichen Verkehrsmittel verboten. Ich hatte leider, oder soll ich lieber sagen zum Glück, keine Gelegenheit diese Frucht aus der Nähe zu begutachten. Deshalb kann ich euch leider auch nicht sagen, wie schlimm sie wirklich riecht. Schmecken soll sie angeblich recht süß, doch auch das kann ich euch nicht bestätigen.

 

 

 

 

Weiterhin sah ich farbenprächtige Tempel. Die meisten Kambodschaner sind Buddhisten. Doch auch der Glaube an Geister, ist dort, wie in vielen asiatischen Ländern, weit verbreitet. Was ich ehrlich gesagt ziemlich unheimlich fand. Wie in Thailand gab es auch hier sogenannten Geisterhäuschen, wo für die Geister Essen und Trinken bereit gestellt werden, um sie friedlich zu stimmen. Zum Glück bin ich keinem Geist begegnet, allerdings hatte ich manchmal das Gefühl beobachtet zu werden, obwohl weit und breit niemand zu sehen war. *Grusel*

 

 

 

 

Der Bus holperte teilweise über unbefestigte Straßen, wodurch wir ganz schön durchgerüttelt wurden. Vorbei ging es an üppiger Vegetation und zahlreichen Reisfeldern. Kambodscha gehört zu den größten Reisproduzenten der Welt. Möglicherweise habe ich während der Fahrt ein paar Reiskörner gesehen, die ihr in den nächsten Tagen auf dem Teller haben werdet.

 

 

 

 

Nach der Ernte wird der Reis auf große Matten zum Trocknen ausgebreitet, bevor er weiter verarbeitet wird. Für die glücklichen Hühner der Reisbauern ein wahres Fressen. Man beachte das Huhn auf dem Bild links oben, das sich gerade den Bauch vollschlägt. In dem Gestrüpp, auf dem Bild rechts, haben sich ein paar Hühner versteckt. Könnt ihr sie sehen? Ich weiß, sie sind schwer zu erkennen. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um Chamäleon-Hühner, die nur darauf warten über die nächste Reismatte herzufallen.

 

 

 

 

Nach gut anderthalb Stunden Fahrt erreichten wir unser Ziel. Wir kamen zu einem Ort namens Phnom Chhnork, wo wir uns einen Höhlentempel anschauen wollten.

Wie schon am Anfang gesagt, in Kambodscha war vieles nicht so, wie man es gewohnt ist. Vor allem die Wege sind dort sehr speziell. Um auf die andere Seite dieses kleinen Flusses und zu unserem Ziel, dem Höhlentempel, zu gelangen, mussten wir über diese nicht sehr vertrauenerweckende Brücke gehen. (Bild rechts oben) Andererseits konnte man ja froh sein, das es hier überhaupt so etwas wie eine Brücke gab. Sonst hätten wir durch den Fluss waten oder schwimmen müssen. Obwohl ich wahrscheinlich dann von Jeannie getragen worden wäre. *hihi*

 

 

 

 

Auf der anderen Seite war das Gras viel grüner und vor allem höher. Wie sollte ich denn da den Weg finden?

 

 

 

 

Es war zwar recht mühsam, doch ich fand ihn schließlich und gelangte zum Fuß einer Treppe. Ich erschrak, als ich dort auf ein Schlangenungeheuer traf. Es war ziemlich beeindruckend, hatte einen sehr langen Körper, der bis zum oberen Ende der Treppe reichte und fünf Köpfe. Das waren für meinen Geschmack definitiv fünf zu viel und am liebsten wäre ich gar nicht weitergegangen. Unser Reiseführer, klärte mich dann aber darüber auf, das es sich hierbei um keine normale Schlange, sondern um eine Naga handelte.

Nagas sind magische Wesen, die oft als Wächter für Wege, Schwellen, Übergänge, Türen u.a. eingesetzt werden. So wie in hier bei dieser Treppe, die zum Tempel führte.

Zu meinem Leidwesen bestand Jeannie darauf, das ich neben diesem Ungeheuer posieren sollte. Ich war froh, als wir endlich weitergehen konnten und mich diese Naga nicht gefressen hatte. Möglicherweise waren sich die fünf Köpfe auch nicht darüber einig gewesen, welcher von ihnen sich das leckere Erdmännchen schnappen und verputzen durfte.

Nach unzähligen Stufen kam ich endlich, prustend und schnaufend, oben an. Wieso musste denn immer alles so hoch gebaut werden? Und wieder einmal war kein Aufzug weit und breit zu sehen. Das war doch immer dasselbe. Nie dachte irgendwer an uns arme kleine Erdmännchen mit unseren kleinen zarten Pfötchen! Zur Entschädigung hatte man aber oberhalb der Treppe einen ganz tollen Ausblick über die nähere Umgebung. Was mich dann wieder besänftigte.

 

 

 

 

Ich drehte mich um, da ich weitergehen wollte und sah zu meinem Entsetzen, das es wieder eine Treppe runter ging. Was sollte das denn? Treppe rauf, Treppe runter! Konnten die sich nicht mal entscheiden? Aber es war nicht mehr ganz so weit, ich konnte schon den dunklen Höhleneingang sehen.

Bevor ich mir das Innere ansehen konnte, musste Jeannie mich erst mal vor der Höhle Fotografieren. Nun gut, ausnahmsweise. Hauptsache ich sehe gut dabei aus.

 

 

 

 

Da es in der Höhle so dunkel war, war es etwas schwierig, dort schöne Fotos zu machen. Nun ja, das haben Höhlen halt so an sich, da kann man nun mal nichts dran machen. In der Nähe des Einganges befindet sich ein kleiner, aus Ziegelsteinen erbauter, hinduistischer Tempel. Er stammt aus dem 7. Jahrhundert. Zu Ehren von Shiva werden Kerzen und Räucherstäbchen von den Gläubigen entzündet.

Bevor wir uns auf den Rückweg machten, musste ich auch noch mal IN der Höhle posieren.

Schließlich ging es wieder zurück zum Schiff.

Dies war leider der letzter Ausflug in Südostasien. Am nächsten Tag legten wir wieder in Laem Chabang an, von wo aus wir vierzehn Tage zuvor gestartet sind. Und hier endete auch unserer Reise. Ein letztes Mal stiegen wir in einen Bus, der uns zum Flughafen von Bangkok brachte und dann ging es mit dem Flugzeug zurück nach Hause.

Das war ein toller Urlaub. Ich habe viel gesehen und erlebt. Falls euch meine sechs Reiseberichte gefallen haben, hoffe ich, das wir uns bald hier wiedersehen.

Ich bin schon gespannt, wo es mich als nächstes hin verschlägt.

Bis zum nächsten mal!

Euer Herr Erdmann

 

J.K.

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