Herr Erdmann in London – Teil 1

Hallo meine Lieben Freunde,

ich bin wieder da, mit einem neuen Reisebericht!

Diesmal war ich gemeinsam mit meiner Freundin Jeannie in London.

Doch bevor es überhaupt losgehen konnte, wollte ich mich erst mal eingehend über die Stadt informieren und besorgte mir einen Reiseführer aus der Stadtbücherei Bochum. Schließlich musste ich doch wissen, was mich dort erwartet.

Ich hoffte natürlich auf jede Menge tolle Abenteuer und vielleicht eine Prinzessin.

Ach Übrigens: Wusstet Ihr eigentlich, das London schon ur-ur-ur-alt ist? Die Stadt wurde 50 n. Chr. von den alten Römern erbaut und hieß damals noch Londinium.

 

 

 

 

 

London liegt zum Glück nicht ganz so weit weg, wie die Orte, die ich normalerweise mit Jeannie bereise. Nach nur einer guten Stunde Flugzeit waren wir schon da.

 

Tower of London

Wir landeten sehr früh morgens, so dass wir schon am Anreisetag genug Zeit hatten, uns viele Sachen anzuschauen. Wir beschlossen, als erstes zum Tower of London zu fahren.

Wie die meisten Einheimischen und alle anderen Touristen benutzten wir dafür die Londoner Underground. Mit ihr gelangt man ratztfatz von einem Ende der Stadt zum anderen.

An der Haltestelle „Tower Hill“ stiegen wir aus. Als wir aus dem U-Bahnschacht heraus und wieder ans Tageslicht krabbelten, fiel mein Blick sofort auf die Mauern des Towers. Was für eine imposante Burg und das mitten in einer so großen Stadt!

Auf dem anderen Bild seht ihr das Tower Hill Memorial (etwas durch meine ziemlich imposanten Erscheinung verdeckt *Hust*).

 

 

 

 

Das erste Gebäude, das Wilhelm der Eroberer hier im 11. Jahrhundert errichten ließ, war der White Tower, der heute etwa mittig innerhalb der Burganlange steht.

Und damit der Turm damals nicht so einsam dort am Ufer der Themse herumstand, veranlassten in den darauffolgenden Jahrhunderten die Könige von England, dass ihm weitere Gebäude Gesellschaft leisten sollten.

Den Namen Tower of London erhielt die Burg erst nach einem weiteren Aus- bzw. Umbau durch Heinrich III. im 13. Jahrhundert.

 

 

 

 

 

Bevor wir den Tower betraten, sah ich drei Löwen, offensichtlich Touristen, genau wie wir, die sich gerade ein paar Ruinen anschauten.

Ich wurde neugierig und fragte mich, was an diesem kaputten Gemäuer denn so besonders sein sollte. Zum Glück konnte mir meine Freundin Jeannie da weiterhelfen. Sie erklärte mir, dass vor etwa 600 Jahren hier an dieser Stelle Eisbären, Löwen, Wölfe und andere Tiere wohnten.

Doch die Lebensbedingungen waren damals nicht sonderlich gut. Die Wohnungen waren sehr klein und die Verpflegung mehr schlecht als recht. 1781 verstarb ein Vogel Strauß, weil ihn seine Pfleger mit Nägeln gefüttert hatten. – Wie kommt man nur auf so einen Blödsinn? Selbst ich weiß, dass diese Vögel sich nicht von Nägeln ernähren. *TzzTzz*.

1830 wurde dieser Zoo dann aufgelöst. Ein Teil der Tiere kam in den neuen Zoo im Regent’s Park und ein paar andere machten Karriere bei einer Wanderausstellung, die durch Amerika zog.

 

 

 

 

 

Schließlich betraten wir die Burganlage, wie alle Besucher seit dem 13. Jahrhundert, durch den Westeingang. Man kommt durch zwei gewaltigen Tore, den Middle Tower (hier von der Rückseite zu bewundern) und den Byward Tower, die durch eine gemauerte Brücke verbunden sind.

Früher, im Mittelalter, sah das Ganze noch ein klein wenig anders aus. Da befand sich zwischen den beiden Toren eine Zugbrücke, und der Burggraben, der diesen Komplex umgibt, war mit Wasser gefüllt.

Direkt hinter dem Eingang begrüßte uns ein Rabe. Er schien ein netter Kerl zu sein und so kamen wir ins Plaudern. Er erzählte mir, dass er und seine sechs Kollegen eine sehr wichtige Aufgabe besaßen. Denn sollten sie das Gelände des Towers verlassen, würde das ganze Königreich zusammenbrechen.

Und damit dies nicht geschieht, sorgen die sogenannten Rabenmeister dafür, dass es ihnen an nichts fehlt.

Ich war sichtlich beeindruckt. Da kam mir mein Job als Büchereimaskottchen schon eher gewöhnlich und langweilig vor – sicherlich würde die Bücherei nicht zusammenbrechen, wenn ich sie verließe.

Der White Tower ist, wie schon am Anfang erwähnt, das älteste Gebäude im Tower of London. Seit dem Mittelalter diente er den Königen als Wohnstätte oder wurde sogar als Gefängnis genutzt.

Heute befindet sich in seinem Inneren ein Waffen- und Rüstungsmuseum.

Und dies ist ein Modell von der Festungsanlage. Ich glaube, es zeigt die Burg, wie sie vor ein paar Hundert Jahren ausgesehen hat, denn den Wassergraben, der dort zu sehen ist, gibt es heute ja nicht mehr.

Ich fragte mich, ob früher wohl Goldfische in diesem Wassergraben lebten oder ob die Könige ihn damals möglicherweise sogar als Pool genutzt haben. Meiner Meinung nach sehr wichtige Fragen, doch wie schon so oft konnte mir wieder einmal niemand eine klare Antwort darauf geben.

 

 

 

 

 

 

 

 

Während wir uns in dem White Tower alles ganz genau anschauten, entdeckte ich eine alte Ritter-Toilette. ‚Wunderbar‘, dachte ich, da mich gerade ein dringendes Bedürfnis plagte.

Worüber ich mich allerdings weniger freute, war, dass Jeannie mal wieder Paparazza spielen musste und mich auf dem stillen Örtchen fotografierte – wie peinlich.

 

 

 

 

 

Wir verließen den Tower of London schließlich durch den Südeingang. Von hier hat man noch mal einen schönen Blick auf den White Tower, der sich direkt hinter dem Tor befindet.

Das hatte mir schon mal sehr gut gefallen, … außer dem Fotografieren auf dem Klo natürlich.

Ach übrigens: 1988 wurde der Tower of London von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. – Ich muss schon sagen, langsam wird mir das Ganze ein wenig unheimlich und ich frage mich, ob möglicherweise mehr dahinter steckt. Überall dort wo ich hinkomme, ist die UNESCO schon da gewesen. Das ist doch mysteriös.

 

Tower Bridge

Nicht weit vom Tower entfernt befindet sich die Tower Bridge. Sie verbindet die Stadtteile Tower Hamelets auf der Nordseite und London Borough of Southwark auf der Südseite miteinander

Die Brücke ist allerdings nicht ganz so alt wie die Festung, nach der sie benannt worden ist. Am 21. Juni 1886 war die Grundsteinlegung.

Da frage ich mich allerdings, wie man bei einer Brücke, die übers Wasser führt, einen Grundstein legen kann. Haben die dafür die Themse vielleicht umgeleitet oder sogar ganz trockengelegt? Doch wo haben sie dann das Wasser solange aufbewahrt? Vielleicht in Eimern und Krügen? Natürlich kann es auch sein, dass man Tauch-Bauarbeiter eingesetzt hat. Doch auch hier konnte selbst Jeannie mir keine Antwort auf diese Frage liefern.

 

 

 

 

 

Deshalb beschlossen wir, die Tower Bridge Exhibition zu besuchen. Das ist eine Ausstellung zur Geschichte und Entstehung der Brücke. Vielleicht würde ich dort einige Antworten finden.

Durch den ersten der beiden Türme kamen wir ins Innere der Brücke. Dort stiegen wir in einen Aufzug, der uns hoch bis zu den beiden Fußgängerstegen brachte, die sich weit oberhalb der Fahrbahn befinden.

 

Die Tower Bridge ist sowohl eine Hänge- als auch eine Klappbrücke. Angeblich hat man sie früher ganz oft auf- und wieder zugeklappt. Doch heutzutage passiert das „nur noch“ etwa 1000 Mal im Jahr.

Doch egal, ob die Brücke auf oder zu ist, über die Stege kann man die Brücke jederzeit überqueren und dabei die tollte Aussicht auf die Themse und auch den Tower genießen.

In der Ausstellung fand ich eine sehr merkwürdige Zeichnung von der Brücke. Doch dann klärte mich Jeannie darüber auf, dass es sich dabei um einen Entwurf aus dem Jahr 1878 handelte. Anstelle der Fußgängerstege (wo ich mich ja gerade aufhielt), wollte man offensichtlich diese seltsamen Bögen anbringen. Ich bin froh, dass sie die Brücke nicht so gebaut haben, denn wie hätte ich dann ohne Probleme dort entlanggehen, mir die Ausstellung anschauen und die Aussicht genießen können?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch noch kurioser als diese seltsame Zeichnung war der durchsichtige Fußboden in der Brücke. Ohne zu zögern und mutig, wie ich nun einmal bin, stellte ich mich auf den Glasboden. Das fand ich total aufregend, im Gegensatz zu Jeannie. Diesmal war sie es, der das Ganze nicht geheuer vorkam. *Hihi*

Und was ist mit Euch? Würdet ihr Euch auf so einen Glasboden stellen oder hättet ihr genauso viel Angst wie meine Begleiterin?

Ich genoss auf jeden Fall diese besondere Aussicht auf die Fahrbahn und den Fluss unter mir, aus einer Höhe von 42 Metern.

 

An diesem Tag bin ich auf jeden Fall auf meine Kosten gekommen.

Was ich sonst noch so in London erlebt habe, werde ich Euch dann nächste Woche erzählen.

Bis Bald

Euer

Herr Erdmann

 

J.K.

Ein Kommentar zu „Herr Erdmann in London – Teil 1

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