Herr Erdmann in London – Teil 2

Hello and welcome back,

da bin ich wieder, mit dem zweiten Teil meiner Erlebnisse in London.

Am nächsten Tag war ich schon sehr früh wach und furchtbar aufgeregt. Was würde ich heute wohl alles Tolles erleben? Am liebsten wäre ich sofort losgezogen. Doch dummerweise schlief Jeannie noch. Sie murmelte irgendetwas wie, dass 6 Uhr viel zu früh sei, um sich in London etwas anzuschauen und drehte sich noch einmal um. Was für eine Schlafmütze. Dabei ist es nie zu früh um Abenteuer zu erleben, höchstens zu spät.

Aber was will man machen. So musste ich mich halt noch eine Weile gedulden, bis meine Begleiterin endlich aufstand.

Erfreulicherweise gab es auf unserem Zimmer einen Wasserkocher, Tassen und auch Tee. So konnte ich die Wartezeit damit verbringen, ein paar Tassen heißen Tee zu trinken und die Kekse, die wir im Supermarkt gekauft hatten zu futtern.

Irgendwann, nach einer gefühlten halben Ewigkeit, stand Jeannie dann schließlich doch mal auf und beschwerte sich sogleich darüber, dass ich mittlerweile alle Kekse aufgegessen und ihr keinen einzigen übrig gelassen hatte. Dabei traf mich überhaupt keine Schuld. Was hätte ich denn tun sollen? Schließlich bin ich ein Erdmännchen und hatte Hunger und wenn die Kekse dort so rumliegen und mich anlachen, kann ich sie doch nicht einfach so liegen lassen. Außerdem, wieso schläft sie auch so lange?

Zum Glück konnte sie mir nicht lange böse sein und wir beschlossen, erst mal Frühstücken zu gehen. Da ich von den paar Keksen noch lange nicht satt war, bestellte ich mir eine ganz große Portion eines englischen Frühstücks mit Bratkartoffeln, Pilzen, Spiegelei, gebackenen Bohnen und noch ein paar andern Köstlichkeiten. Hmmm … das war sehr, sehr lecker! Viele mögen diese Art von Frühstück ja überhaupt nicht, doch ich war begeistert. Selbst Jeannie schaute mich etwas irritiert an, als ich all diese Leckereien mit Heißhunger verputzte und zum Schluss sogar noch den Teller ableckte.

Gut gestärkt konnte der Tag nun beginnen.

 

House of Parliament

Unser erster Weg führte uns zum Palace of Westminster, besser bekannt als House of Parliament.

 

 

 

 

 

Das Gebäude im Neugotischen Stil, so wie man es heute kennt, wurde um 1870 fertiggestellt. Es existieren allerdings auch noch einige Bereiche, die weitaus älter sind, wie die Westminster Hall aus dem Jahr 1097 und der Jewel Tower, der 1365 erbaut wurde.

Bis zum 16. Jahrhundert wohnten hier auch die englischen Könige.

In der heutigen Zeit trifft sich hier das Britische Parlament um über wichtige Dinge, die das Königreich betreffen, zu diskutieren.

 

 

 

 

 

Direkt neben dem House of Parlament befindet sich Big Ben.

Eigentlich ist Big Ben nur die größte der fünf Glocken im Inneren des Turms, die zu jeder vollen Stunde läutet. Doch fälschlicherweise wird der Name auch auf die Uhr beziehungsweise auf den ganzen Glockenturm übertragen. Denn eigentlich heißt er Elisabeth Tower. So wie Königin Elisabeth II, zu deren diamantenen Thronjubiläum 2012 der Turm diesen Namen erhielt.

 

Westminster Bridge / London Eye

Quasi hinter dem House of Parliament, auf der anderen Seite der Themse, befindet sich das Londoner Riesenrad, London Eye genannt und daneben das Londoner Aquarium.

 

 

 

 

 

Wir gingen über die Westminster Bridge um ans andere Ufer zu gelangen.

 

 

 

 

 

 

Diese Brücke wurde 1750 eröffnet und ist somit noch älter als die Tower Bridge.

Ihr seht sicherlich, dass die Brücke grün ist. Und das hat einen ganz bestimmten Grund: Der Sitzungsaal des House of Common, im House of Parliament, ist der Brücke zugewandt. Und da die Ledersessel in diesem Raum grüne Polster haben, ist auch die Brücke grün gestrichen worden.

Es gibt sogar noch eine rote Brücke, die Lambeth Brige, die dem House of Lords zugewandt ist, wo die Sitzpolster, wie sollte es anders sein, rot sind.

Auch hat man von dieser Seite noch mal einen tollen Blick auf das House of Parliament und den Big Ben, der, wie wir ja jetzt wissen, gar nicht Big Ben heißt, sondern Elisabeth Tower.

 

 

 

 

 

 

Wir machten ein paar Fotos von mir, mit der Brücke und dem Riesenrad im Hintergrund.

Ach Übrigens: Das London Eye ist das vierthöchste Riesenrad der Welt. Bis 2004 war es sogar das höchste, wurde aber schon 2006 vom Stern von Nanchang in Nanchang (China) abgelöst. Welches wiederum zwei Jahre später von dem Singapur Flyer, von dem ich euch auch schon berichtet habe – ihr erinnert euch – überboten wurde. Wie ich schon in meinem Blog über Singapur erwähnt habe, ist heute der Higher Roller in Las Vegas das höchste Riesenrad der Welt.

Jeannie fragte mich, wo wir als nächstes hingehen sollten. Ich überlegte nicht lange. Denn es gibt einen Ort in London den ich mir auf jeden Fall anschauen wollte. Quasi ein Must Have!

 

Buckingham Palace

Denn schon vor meiner Ankunft in London hatte ich mich darauf gefreut, die Königin von England kennen zu lernen – Und Möglicherweise noch die eine oder andere Prinzessin, die gerade bei ihr zu Besuch ist.

Deshalb führte uns unser Weg auch zu ihrem Haus – dem Buckingham Palace. Dort wohnt sie nämlich zusammen mit ihrem Mann Prinz Phillip.

 

 

Doch als wir dort ankamen, musste ich zu meinem Unmut feststellen, dass das große schmiedeeiserne Tor verschlossen war. Dahinter sah ich ein paar rot uniformierte Typen mit turmhohen Fellmützen stehen. ‚Super‘, dachte ich und rief ihnen zu, dass sie mich doch bitte rein lassen sollten. Doch stellt Euch mal vor, sie beachteten mich überhaupt nicht und starrten einfach nur, ohne mit der Wimper zu zucken, weiter geradeaus – So was Unhöfliches!

 

 

 

 

Also musste ich mich damit begnügen, mir, wie alle anderen Touristen auch, das Haus von Elisabeth von außen anzuschauen. Doch vielleicht schaute die Queen ja gerade zufällig zum Fenster heraus. Dann hätte ich ihr zuwinken und auf mich aufmerksam machen können, um doch noch eine Tasse Tee mit ihr zu trinken.

Gegenüber vom Buckingham Palace posierte ein Engel, auf der Spitze eines kleinen Türmchens, der in der Mitte eines Brunnens stand.

Jeannie erklärte mir, dass dies das Victoria Memorial war, das 1911 zu Ehren der damaligen Monarchin, Königin Victoria, errichtet worden war.

Mir kam der Gedanke, ob möglicherweise der Engel mit seinen Verrenkungen, nicht versuchte die Königin auf sich aufmerksam zu machen. Doch scheinbar hatte er damit genauso wenig Erfolg wie ich. Weder sah ich Elisabeth auf ihrem Balkon, noch öffnete sich das große Tor! So was Doofes. *Grummel*

 

Piccadelly Circus

Also zog ich, mit Jeannie im Schlepptau, unverrichteter Dinge von dannen. Ich war sehr betrübt darüber, dass ich die Queen nicht zu Gesicht bekommen hatte, so dass ich überhaupt nicht richtig mitbekam, was Jeannie zu mir sagte.

Das einzige, was ich mit halben Ohr mitbekam war das Wort Zirkus.

Oh, dachte ich. Ein Zirkus war etwas Tolles. Die Akrobaten und Clowns würde mich sicher aufheitern.

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Doch als wir an der Haltestelle Piccadelly Circus aus dem U-Bahn-Tunnel ans Tageslicht kamen, fragte ich mich ernsthaft, ob mich Jeannie mal wieder auf den Arm nehmen wollte.

Ich sah hier zwar jede Menge Menschen, Autos, Taxis, Busse und einen Engel, der über dem dortigen Kreisverkehr seine Kreise zog – sicher um den Verkehr dort zu kontrollieren – aber keinen Zirkus.

Als ich mich darüber beschwerte, erklärte mir Jeannie, dass mit „Circus“ in diesem Fall der dortige Kreisverkehr gemeint sei und kein Zirkus, in dem Artisten auftreten.

Was für ein Humbug. Wieso haben die dann diesen Ort nicht gleich Piccadelly Kreisverkehr genannt? Oder wie auch immer das im Englischen heißen mag. Die sind schon etwas Merkwürdig, die Engländer.

 

Ich habe natürlich noch viel mehr in London erlebt, doch davon will ich euch nächste Woche erzählen. Für heute ist erst mal Schluss.

Bis bald oder See you soon, wie die Engländer sagen

Euer

Herr Erdmann

 

J.K.

 

 

 

 

 

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