Herr Erdmann in London – Teil 3

Hallo meine lieben Freunde,

schön, das ihr wieder da seid. Heute geht es weiter mit meinem Bericht aus London.

 

Londoner Aquarium

Am nächsten Tag fuhren wir als erstes zum Londoner Aquarium, das sich, wie ich euch schon erzählt habe, direkt neben dem großen Riesenrad, dem London Eye, befindet.

Seit 1997 können sich die Besucher hier die vielen interessanten Meeresbewohner bestaunen.

Das Aquarium in London ist sehr, sehr groß. Aber das muss es auch, denn die vielen schönen bunte Fische, Pinguine, Quallen, Seepferdchen u.a. brauchen nun einmal jede Menge Platz. Deshalb gab es für mich auch ganz viel zu sehen.

Die meisten Tiere im Londoner Aquarium wohnen in gut beleuchteten Swimmingpools, wodurch man die Bewohner und ihr Mobiliar gut betrachten konnte. Allerdings war dafür die restliche Umgebung, also vor den Panoramascheiben, an vielen Stellen ziemlich düster, wodurch Jeannie mich manchmal nicht so gut fotografieren konnte, was bedeutet, dass ich auf einigen Bildern regelrecht im Schatten verschwinde.

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Als erstes, nicht weit vom Eingang entfernt, begrüßte mich eine Languste.

Normalerweise sind diese Tiere im Mittelmeer zu Hause, wo sie in den felsigen Küstenzonen leben.

Dieses Kerlchen war ziemlich scheu und kam nur langsam aus seiner Höhle, möglicherweise sein Wohn- oder Schlafzimmer, heraus. Vielleicht dachte er, ich wäre ein böser Langustenfänger, der ihn in den Kochtopf werfen wollte. Ich habe mal gehört, dass Langusten zwar sehr lecker sein sollen, doch eigentlich stehen sie gar nicht auf meinem Speiseplan. Außerdem war ich noch pappsatt vom Frühstück. Doch das konnte er ja natürlich nicht wissen.

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Also gingen wir weiter und kamen zu einem Plattfisch, der an der Scheibe klebte und mir ganz ungeniert seine Unterseite präsentiere.

Das Besondere an dieser Tierart ist, dass beide Augen auf einer Körperseite liegen. – Also in diesem Fall von mir abgewandt.

Dabei werden diese Fische nicht so geboren. Wenn sie noch Kinder sind, sehen sie wie ganz normale Fische aus, die wie alle anderen auch fröhlich durchs Wasser schwimmen. Wenn sie dann älter werden, verformt sich ihr gesamter Körper. Dabei wandert ein Auge auf die andere Körperseite und die Schwimmblase bildet sich zurück, so dass sie nicht mehr richtig schwimmen und stattdessen nur noch auf dem Boden herumliegen können. Warum dieses Exemplar hier allerdings lieber an der Scheibe rumklebte, kann ich natürlich nicht genau sagen. Vielleicht betrieb es dort eine Art Plattfisch-Gymnastik oder es war ihm auf dem Boden einfach zu langweilig.

In einem der nächsten Becken traf ich auf eine gigantische Meeresschildkröte. Ich musste schlucken als sie so dich an mir vorbei schwamm und war heilfroh, dass sich die Glasscheibe zwischen uns befand. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie mich unter sich begraben könnte, ohne es zu bemerken. Und dann würde vom armen kleinen Erdmännchen nicht viel übrig bleiben.

Trotzdem war ich fasziniert, wie elegant dieses gewaltige Tier gemächlich durch das Wasser glitt. Dabei gehören Meeresschildkröten noch nicht mal zu den größten Meeresbewohnern.

In der Natur bewohnen diese Tiere tropische und subtropische Gewässer und ernähren sich in erster Linie von Kopffüßlern wie Kraken und Tintenfischen, Krebsen und Quallen. Also keine Erdmännchen!

Schon seit Kindertagen habe ich mir gewünscht einmal in meinem Leben auf einem Seepferdchen durchs Wasser zu gleiten. Und so hoffte ich, dass sich hier, im Londoner Aquarium, mein Traum erfüllen würde.

Doch leider musste ich, zu meiner Enttäuschung feststellen, dass die Pferdchen, selbst für mich, viel zu klein waren um darauf zu reiten. Deshalb konnte ich nur beobachten, wie sie ziemlich merkwürdig durchs Wasser schwammen oder sich mit ihrem Schwanz an Grasbüscheln festhielten.

Jeannie erzählte mir dann auch noch, dass Seepferdchen eigentlich überhaupt keine richtigen Pferde sind, sondern Fische. Und dass bei dieser Tierart die Männchen die Kinder bekommen. Das ist doch mal ein Ding. Wer hätte gedacht, dass es so kuriose Tiere gibt?

 

 

 

 

Doch es gab noch viel merkwürdigere Wasserbewohner.

Das Londoner Aquarium hat sich auf eine ganz bestimmte Tierart spezialisiert. Quallen!

Anfangs war ich ziemlich misstrauisch, was diese Tiere betraf. Ich fand sie irgendwie ekelig und glitschig und vor allem total uninteressant. Doch als ich sie dann sah, wurde ich eines besseren belehrt.

Sie waren wunderschön! Es gab sehr viele verschiedene Arten und Formen – kleine, große, mit verschiedenen Mustern und mit langen und kurzen Tentakeln. Fasziniert beobachtet ich, wie sie in dem fluoreszierendem Licht, in der künstlichen Strömung dahinglitten

 

HMS Bellfast

Nachdem wir aus dem Aquarium kamen, war ich ganz schön geschafft. So beschlossen wir, in eines der zahlreichen Touristenboote zu steigen und ein Stück die Themse entlangzuschippern.

 

 

 

 

Das schöne an so einer Fahrt ist, dass man sich dabei ausruhen und gleichzeitig viele interessante Sachen sehen kann.

Die Themse ist mit 346 Kilometern der zweitlängste Fluss in Großbritannien. Ihre Quelle befindet sich in der Nähe eines Ortes namens Kembel, westlich von London, und mündet schließlich im Osten in die Nordsee.

 

 

 

 

Wir fuhren unter Brücken hindurch, begegneten weiteren Ausflugsbooten und sahen jede Menge toller Häuser, Geschäfte, Lokale und andere Gebäude. Schließlich kamen wir wieder beim Tower, beziehungsweise der Tower Bridge an, dort wo wir vor ein paar Tagen schon gewesen sind. Wir verließen das Boot. Nun war ich wieder fit genug, um mir noch ein paar toller Sachen anzuschauen.

Gegenüber vom Tower liegt ein großes, altes Kriegsschiff im Hafen. Die HMS Belfast. Das Schiff ist ein schwimmendes Museum und gehört zum Imperial War Museum. Quasi eine Museumszweigstelle.

Im März 1938 wurde die HMS Belfast vom Stapel gelassen. Leider konnte mir wieder einmal keiner sagen, von was für einem Stapel hier die Rede ist. Möglicherweise handelte es sich um einen Kisten-, Bretter- oder gar Bücherstapel? Aber ganz sicher war ich mir da natürlich nicht.

 

Sofort auf dem ersten Deck sah ich eine silbernen Glocke hängen. Sofort lief ich auf sie zu und hatte gerade meine Pfote nach ihr ausgestreckt, als mich Jeannie zurückrief. Ich sollte auf gar keinen Fall diese Glocke Läuten, dass würde viel zu viel Lärm machen. So eine Spielverderberin. Doch ich fügte mich. Was tut man nicht alles um des lieben Friedens willen? *Seuftz*

Da gerade nicht sehr viel touristischer Andrang auf dem Schiff herrschte, konnte ich mich ganz in Ruhe umschauen und unbesorgt über das Deck laufen, ohne das die Gefahr bestand, dass jemand über mich stolperte.

 

 

 

 

 

In einem der Innenräume fand ich eine interessante Schautafel, auf der man sehen konnte, wie die HMS Belfast aufgebaut ist.

Das Schiff besitzt insgesamt neun Decks, wobei sechs davon sich im Schiffsinneren befinden.

Ähnlich, wie auf dem Kreuzfahrtschiff, auf dem ich mit Jeannie gereist war, gab es auch hier viele verschiedene Räume, wie z.B. die Küche, die auf einem Schiff Kombüse genannt wird, die Vorratskammer, Unterkünfte für die Mannschaft und sogar eine Krankenstation, inklusive Operationssaal.

 

Doch die allerwichtigste Einrichtung auf der HMS Belfast war natürlich eine Bibliothek. Allerdings fand ich die Öffnungszeiten – montags, mittwochs und freitags jeweils von 18 bis 19 Uhr – etwas mager.

Vielleicht lag dies auch daran, dass es eh nicht allzu viele Bücher gab, die die Schiffsbesatzung hätte ausleihen können. Bei dieser überschaubaren Auswahl brauchte man nicht all zulange, um sich etwas auszusuchen.

 

 

 

 

 

Wir gelangten schließlich auf die Brücke. Mit einem Satz sprang ich auf den Stuhl, des Kapitäns. Doch ich muss sagen, ich habe mir die Sitzgelegenheit des Schiffchefs um einiges bequemer vorgestellt.

Der arme Mensch, der hier länger sitzen musste! Aber möglicherweise sind Kapitäne aus einem viel härterem Holz geschnitzt, als ein Erdmännchen wie ich mit einem sehr zarteren Popo.

Aber ich musste ja nicht lange dort sitzen bleiben, gerade mal so lange, bis Jeannie mich eingehend fotografiert hatte.

Wir kamen zum Ende unserer Schiffsbesichtigung und gelangten wieder aufs Außendeck. Dort sah ich zu meiner Überraschung, dass die Tower Bridge gerade aufgeklappt war. Ich jubelte. Was hatte ich doch für ein Glück. Wo das doch angeblich sooooo furchtbar selten geschieht. (Ihr erinnert euch? – Nur etwa 1000 Mal im Jahr!)

 

Londoner Zoo

Einer unserer letzten Punkte auf unserer Londonreise war der Londoner Zoo.

Er liegt nördlich vom Regent Park und wurde 1828 eröffnet. Am Anfang war er nicht für die Öffentlichkeit zugänglich und diente nur wissenschaftlichen Studien. Erst 1847 durften auch normale Besucher die Tiere bestaunen.

Im Laufe der Jahre lebten immer wieder sehr berühmte Tiere in dem Zoo. Einer davon war der Schwarzbär Winni, der 1914 als Geschenk eines kanadischen Offiziers in den Zoo kam. Bei einem Zoobesuch inspirierte dieser Bär den Schriftsteller Alan Alexander Milne, woraufhin dieser ein bis heute sehr bekanntes Buch schrieb: Winnie Puuh.

Auch heute kann man dort noch sehr interessante Tiere sehen.

Zum Beispiel gibt es dort ein Haus, wo nur Schmetterlinge in allen Formen und Farben wohnen.

‚Wie Schön‘, sagt ihr jetzt bestimmt. Mir dagegen, lief bei Anblick all dieser flatternden Leckerbissen das Wasser im Munde zusammen. Doch noch bevor ich auch nur einen Pfotenschlag tun konnte, hielt mich Jeannies strenger Blick davon ab, mir einen leckeren Schmetterling fürs Mittagessen einzufangen.

Frustriert und mit knurrenden Magen gingen wir weiter und kurz darauf erlebte ich meine nächste Überraschung.

Schaben, die sich in einer Küche tummelten. Die sahen sogar noch schmackhafter aus als die Schmetterlinge und bevor Jeannie wieder irgendwelche Einwende erheben konnte, rannte ich auf sie zu und … prallte gegen eine Glasscheibe. Was zum …? Fassungslos rieb ich mir meine angeschlagene Nase.

Mal ganz ehrlich Leute, das ist doch nicht normal. Wozu werden mir all diese Köstlichkeiten vor die Nase gesetzt, wenn ich sie nicht einmal probieren darf?

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir besuchten noch ein paar andere Tiere, unter anderem einige Ameisen, Affen und Hühner.

Wusstet ihr eigentlich, dass sogar der berühmte Harry Potter diesen Zoo besucht hat?

Hier spielte sich die Szene ab, wo Harry, mehr oder weniger aus Versehen, die Glasscheibe einer Schlangenbehausung wegzauberte.

Oder ihr leiht euch gleich den Film bei uns in der Bibliothek aus.

Viel zu schnell ging die Zeit in London vorbei. Doch es hat sich gelohnt. Ich habe viel erlebt und gesehen.

Doch nun ist erst mal wieder Schluss.

See you soon.

Euer

Herr Erdmann

J.K.

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