Gemeinsam Lesen #38 – „Roter Mond“

Guten Morgen in die vorweihnachtliche Lockdown-Runde. Die Bücherei befindet sich in behördlich angeordnetem Winterschlaf und neben zahlreichen Arbeiten im Hintergrund gibt es genug Zeit, um Überstunden abzubauen und sich schon einmal auf die Betriebsferien/den Urlaub vorzubereiten und damit viel Zeit zum Lesen.

Immer das Positive sehen! 🙂

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich verschlinge gerade „Roter Mond“ von Benjamin Percy und ich bin auf Seite 398.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?

Es riecht nach Regenwürmern, alles ist von Moos überzogen.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden?

Endlich mal wieder ein Buch, dass ich auch im Stehen an der Bushaltestelle lese, weil ich gefesselt bin.

Oberflächlich geht es um Lykaner (Menschen, die sich auf Grund einer Prionen-Infektion in werwolfsähnliche Kreaturen verwandeln können) und Nicht-Lykaner (uns bekannt als Menschen), die nebeneinander auf der Welt existieren und die Konflikte und/oder Beziehungen, die dabei entstehen.

Erzählt wird aus der Sicht von verschiedenen Charakteren. Da ist Claire, eine junge Lykanerin, die ihre lykanischen Eltern bei einem Übergriff durch Regierungsbeamte verliert und fortan auf der Flucht ist. Und Patrick, ein junger Nicht-Lykaner, dessen Vater in der Armee dient und der einen terroristischen Anschlag auf ein Flugzeug durch Lykaner überlebt. Schließlich noch Chase, ein Politiker, der ein dunkles Geheimnis hat und alles in seiner Macht stehende tut, um Lykaner zu bekämpfen. Und Miriam, Claire’s Tante, die früher Mitglied einer revolutionären Lykaner-Gruppierung war und jetzt alles tut, um nicht wieder in deren Fänge zu geraten. Und noch einige mehr, deren Wege sich im Laufe des Buches immer wieder kreuzen, verflechten und wieder trennen.

Unter der Oberfläche hat Benjamin Percy ein Buch geschaffen, dass sich mit politischen und (zwischen)menschlichen Themen beschäftigt, mit Terror, Ausbeutung, Hass, komplizierter Liebe, Leid, Korruption, Pandemie, innerliche Zerrissenheit, Diskriminierung und Rassismus, Unterdrückung („Anderer“ und der eigenen Persönlichkeit) und vielem mehr beschäftigt. Historische und aktuelle reale Parallelen finden sich zuhauf. Sie alle hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen und die Vorfreude nehmen.

Besonders mag ich die kühle Emotionalität und die sehr visuelle Schreibweise von Benjamin Percy, die jedoch auch dafür sorgt, dass dieses Buch in Passagen keine leichte Kost ist. Wer bei der blutigen, detailreichen Beschreibung des Flugzeuganschlages zu Beginn des Buches schon überfordert ist, sollte das Buch beiseite legen. Der Rest darf eine verstörende Gesellschaftskritik und -studie in einem spannenden, fiktiven Setting erleben.

4. Was magst du auf Covern? Also was spricht dich auf den ersten Blick an?

Eine gute Gestaltung, ganz wie bei Fotos! Schließlich ist beim Stöbern das Cover der ausschlaggebende Faktor, ob ich ein Buch in die Hand nehme und mir den Klappentext durchlese oder nicht.

Das Layout muss stimmig sein und zum Inhalt passend. Da ist es nicht so wichtig, ob ich grelle Farben eigentlich nicht mag oder mich normalerweise nicht für Schnürsenkel interessiere – selbst Spargel kann gut in Szene gesetzt werden! 😉

(MaKu)

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